# Gänsehautmomente auf der Weihnachtsbühne – eine Erinnerung an mehr als 15 Jahre Weihnachtssingen
Es gibt Veranstaltungen, die bleiben im Herzen, auch wenn sie längst vorbei sind. Für mich gehört das Kinderweihnachtssingen in Einkaufszentren ganz sicher dazu.
## Wie alles begann
Den Anfang machte das A10 Center in Wildau. Der damalige Centermanager Frank Röhlings hatte die Idee: Kinder und Jugendliche sollten in der Vorweihnachtszeit eine eigene Bühne bekommen – nicht für perfekte Auftritte, sondern für gemeinsame Musik, Freude und echte Weihnachtsstimmung. Als er später bei der CMde CENTERMANAGER UND IMMOBILIEN GmbH Verantwortung für weitere Center übernahm, nahm er die Idee einfach mit und hat sie all die Jahre über als festen, wichtigen Programmpunkt für seine Center weitergetragen.
So entstand über die Jahre ein ganzes Netz an Weihnachtssingveranstaltungen: im Schlossstraßen-Center Berlin (2010–2016), im Halleschen Einkaufspark HEP (zehn Jahre in Folge, bis 2019), in den Flörsheim-Kolonnaden (sechs Jahre bis 2017), im Südring-Center Frankfurt (Oder) (2012-2014), im Flora-Park Magdeburg (3 Jahre bis 2019) und in den Lenné-Passagen Frankfurt (Oder) (2 Jahre bis 2019)– alle Center aus derselben Unternehmensgruppe. Insgesamt sind es weit über 55 Veranstaltungen geworden – eine genaue Zahl lässt sich nach so vielen Jahren kaum mehr rekonstruieren.
## Nicht nur für Profis
Von Anfang an war klar: Diese Bühne sollte allen offenstehen, die Freude am gemeinsamen Musizieren haben – Kitas, Hortgruppen, Schulklassen, Schulchöre und freie Chöre gleichermaßen. Ob gesungen, getanzt oder auf andere Weise musiziert wurde, spielte keine Rolle. Es ging nicht um Perfektion, sondern darum, sich gemeinsam in der Gruppe mit Musik zu beschäftigen.
Die Vorbereitung begann jedes Jahr schon im Juni: Recherche, welche Kitas, Schulen und Chöre es überhaupt gibt, Einladungen, viele Telefonate, Motivation für die Zögerlichen, am Ende ein fertiger Veranstaltungsplan. An den Veranstaltungstagen selbst standen dann bis zu zehn Gruppen pro Tag auf der Bühne – am Anfang habe ich das von der Seite betreut, später auch selbst moderiert.
Wie groß das werden konnte, zeigt sich an einzelnen Jahren besonders deutlich: Im Magdeburger Florapark sangen beim traditionellen Weihnachtssingen über 100 Kinder<sup>1</sup>, im Halleschen Einkaufspark wurde an zwei Adventssamstagen insgesamt über 14 Stunden lang mit einigen hundert Kindern gesungen<sup>1</sup>.
## Was diese Tage besonders gemacht hat
Für viele Erzieherinnen und Lehrerinnen bedeutete so ein Auftrittstag: sich freinehmen, mit den Kindern ins Center fahren, gemeinsam eine Bühne erleben. Als kleines Dankeschön gab es für jedes Kind ein Getränk und eine Süßigkeit – kleine Gesten, durch die sich die jungen Künstlerinnen und Künstler nach ihrem Auftritt noch ein bisschen mehr wie echte Bühnenstars fühlen konnten. Im Publikum standen Eltern, Großeltern, Geschwister – und immer wieder blieben auch einfach Besucherinnen und Besucher stehen, ließen sich anstecken, sangen mit. Genau das war die besondere Atmosphäre dieser Veranstaltungen: Weihnachtsstimmung pur, echte Gänsehautmomente, mittendrin im ganz normalen Einkaufsalltag.
## Eine Win-win-Geschichte, die nicht selbstverständlich war
Für die Center war das Weihnachtssingen natürlich auch ein wichtiger Programmpunkt in der Vorweihnachtszeit – mit Bühne, Technik und allem Drumherum eine Veranstaltung, die Familien anzog und für zusätzliches Publikum im Center sorgte. Gleichzeitig war sie für die Center alles andere als eine günstige Angelegenheit: Bühnenaufbau, Technik, Betreuung, Verköstigung, eine Aufrittsprämie für die Gruppen – all das musste finanziert werden, ganz ohne direkten Verkaufserlös.
Genau deshalb habe ich es während der Moderation immer wieder gerne betont: Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Center dieses Engagement für gemeinsames Singen und Musizieren Jahr für Jahr aufbringt. Die Kinder bekamen eine Bühne, das Center bekam mehr Besucherinnen und Besucher durch Eltern, Großeltern und Geschwister – aber möglich wurde das nur, weil die Verantwortlichen bei CMde diesen Wert erkannt und mitgetragen haben.
## Und dann kam eine Pause
Nach 2019/2020 ist es leider still geworden um das Weihnachtssingen in den Centern. Was mit den Einschränkungen jener Zeit begann, hat sich seitdem nicht mehr von selbst wiederbelebt – vielen Centern geht es seither wirtschaftlich schwerer, das Budget reicht oft kaum noch für die klassischen Kernveranstaltungen, geschweige denn für solche aufwändigen Extras.
Und doch: Bis heute melden sich immer wieder Chorleiterinnen und Chorleiter bei uns und fragen nach – ob es das noch gibt, ob es wiederkommt. Das zeigt mir, dass die Idee nichts von ihrem Wert verloren hat. Gemeinsames Singen verbindet Generationen, bringt Menschen für einen Moment zusammen, die sich sonst nie begegnet wären – gerade zur Weihnachtszeit.
Ob sich ein Format wie dieses in seiner ursprünglichen Form wiederbeleben lässt, oder ob es eher Zeit für etwas Neues ist – das würde ich gerne offenlassen. Sicher ist: Es waren wunderbare Veranstaltungen, und ich bin dafür immer wieder gerne quer durch Deutschland gefahren. Wenn Sie als Center, Kita, Schule oder Chor Interesse an einem Austausch dazu haben, melden Sie sich gerne bei uns.
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<sup>1</sup> Zahlen laut [CMde Centermanager: „Himmlische Verzauberung“](https://www.centermanager.de/Himmlische-Verzauberung-942628.html)
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